Die DONIC-Teams in der TTBL: Ochsenhausen grüßt von oben

Ungewöhnlich früh startet die TTBL in die neue Saison, doch in dieser Spielzeit ist vieles in der 1. Herren-Bundesliga anders als sonst. Wenn es am 17. August gleich zum Auftakt zur Neuauflage des Meisterschaftsfinales vom Mai 2019 kommt, dann ist Seriensieger Borussia Düsseldorf nicht beteiligt.

Vielmehr grüßt das DONIC-Team TTF Ochsenhausen als Titelverteidiger die Konkurrenz von oben. Die Schwaben geben sich allerdings keineswegs von oben herab, sondern äußerst bodenständig. „Unsere letzte Saison zu toppen, ist unmöglich“, sagt Manager Manuel Pfender. Und das ist kein Understatement. Schließlich hat Ochsenhausen mit dem Gewinn von DTTB-Pokal und Meisterschaft das Double geschafft. Die Ziele für die neue Spielzeit habe man daher bewusst eher konservativ formuliert: Das Erreichen der Plays-offs und des Pokalfinals streben die TTF an, „und das“, so Pfender, „wird schwierig genug.“

Der Titelverteidiger hat seinen südkoreanischen Star Jang Woojin verloren, der allerdings als Back-up ohnehin nur sporadisch gespielt hatte. Neu zum Team gestoßen ist der junge Russe Vladimir Sidorenko, der natürlich hinter den Etablierten Hugo Calderano, Simon Gauzy, Stefan Fegerl und DONIC-Star Jakob Dyjas einzustufen ist, aber trotzdem seine Einsätze bekommen soll.

Beim zweiten DONIC-Team der Liga, Werder Bremen, äußert sich Manager Sascha Greber ähnlich respektvoll wie Pfender in Ochenhausen. Nach der Verpflichtung von gleich drei neuen Spielern – der EM-Dritte Mattias Falck, DONIC-Star Kirill Gerassimenko und Marcello Aguirre aus Paraguay ersetzen die abgewanderten Bastian Steger, Gustavo Tsuboi und Florent Lambiet – scheint die Mannschaft zwar gegenüber dem Vorjahr gestärkt, doch Greber ist vorsichtig. Als offizielles Ziel gibt er einen Platz im Mittelfeld aus. „Die Liga ist dieses Jahr sehr stark. Darum sage ich nicht Play-offs, obwohl wir eine gute Mannschaft haben. Aber wir wollen so lange wie möglich darum mitspielen.“

Aus dem Vorjahr ist nur der Rumäne Hunor Szocs in Bremen geblieben, damit hat das DONIC-Team Werder Bremen vier erstligataugliche Akteure und mit dem Schweden Falck dazu den neuen Star der Liga. Mit diesem Aufgebot geht Werder am 18. August gegen den TTC Jülich jedenfalls als Favorit ins erste Spiel.

Besonders gespannt sein darf man auf die Leistungen des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell. Das dritte DONIC-Team der TTBL hat seine Nummer eins verloren: Wang Xi spielt jetzt für den Ligakonkurrenten ASV Grünwettersbach. Und doch scheinen die Hessen kaum schwächer zu sein als im Vorjahr, denn Tomislav Pucar hat in seinem ersten Bundesligajahr einen fantastischen Sprung gemacht. Bei den Weltmeisterschaften schaltete der junge Kroate unter anderem Bastian Steger und DONIC-Star Dima Ovtcharov aus, bei den European Games sicherte er sich mit Rang drei die Olympia-Qualifikation, und auch sonst ließ der 23-Jährige international aufhorchen. Die Frage wird sein, ob er diese Leistung jetzt auch in der Bundesliga zeigen kann.  

Pucar selbst gibt sich betont bescheiden: „Der Verlust von Wang Xi trifft uns hart. Es wird nicht leicht, das aufzufangen, schließlich hat er in den vergangenen Jahren konstant seine Leistung gebracht“, sagt er. Kein Wort davon, dass Pucar selbst international in den letzten Monaten auf ähnlichem Niveau gespielt hat.
Jugend-Nationalspieler Fanbo Meng, Sohn von Fuldas Spielertrainer Qingyu Meng, soll sein erstes Jahr als Stammkraft in der TTBL bestreiten. So wird Abwehrspieler Ruwen Filus in Fulda die Rolle des Führungsspielers übernehmen müssen.

Erstmals überhaupt startet die TTBL mit ihrer neuen Sollstärke von zwölf Teams, und angesichts etlicher Personalwechsel scheint sie so ausgeglichen besetzt wie seit vielen Jahren nicht. Das spiegelt sich auch in den Meistertipps wider, die die Vereinsvertreter der drei DONIC-Teams in einer Umfrage des Magazins tischtennis abgegeben haben: Fuldas Manager Stefan Frauenholz glaubt an Düsseldorf, Ochsenhausen Manuel Pfender tippt auf den Vorjahreszweiten Saarbrücken, und Bremens Sascha Greber sieht wieder Ochsenhausen vorn. Sollte Greber recht behalten, hieße es am Saisonende erneut: Ochsenhausen grüßt von oben.

 

Text: DONIC

Foto: Dr. Stephan Roscher