KOREA OPEN: Ma Long fordert Xu Xin im Finale heraus

Am Sonntag fallen die Medaillen-Entscheidungen in den Einzeln bei den Korea Open in Busan. Mit Ma Long und Xu Xin stehen die Finalisten im Herren-Einzel fest. Bei den Damen sind die letzten Nicht-Chinesinnen im Viertelfinale ausgeschieden. Die Titel im Doppel und Mixed sind bereits vergeben.

Weltmeister Ma wäre um ein Haar im Achtelfinale ausgeschieden, als er gegen den Südkoreaner Lim Jonghoon gegen Ende des Matchs schwer ins Straucheln geriet und sich nach 3:1-Satzführung hauchdünn im siebten Durchgang mit 14:12 behauptete. Im Viertelfinale gegen den starken Kristian Karlsson, der zuvor seinen Landsmann Mattias Falck ausgeschaltet hatte, schienen sich Mas Probleme fortzusetzen, als der Schwede in Diensten der Düsseldorfer Borussia mit 2:0 Sätzen in Führung ging. Doch danach bekam der Top-Chinese das Match immer besser in den Griff und gewann mit 4:2. Im Halbfinale schließlich hatte Ma das Geschehen gegen den Südkoreaner Jeoung Youngsik recht gut im Griff und gab nur einen Satz ab. Der Weltranglisten-20. Jeoung hatte im Viertelfinale die Medaillenträume des in den letzten Wochen schwächelnden Fan Zhendong in sechs Sätzen beendet.

In der unteren Hälfte des Tableaus läuft bisher alles nach Plan für den Weltranglisten-Ersten Xu Xin. Der Linkshänder schaltete unter anderem Quadri Aruna (4:1) und seinen Landsmann Liang Jingkun (4:2) aus. Sein Weg ins Finale führte über seinen ungesetzten Landsmann Wang Chuqin, der Lin Yun-Ju (4:0), Marcos Freitas (4:1) und sogar Tomokazu Harimoto (4:2) das Nachsehen gab. Soeben ging das zweite Halbfinal-Match zu Ende. Xu siegte mit 4:2 (8:11, 20:18, 11:7, 11:7, 5:11, 11:5).

Als einziger Deutscher hatte Benedikt Duda das Hauptfeld erreicht – überhaupt war es ein mäßiges Turnier für den DTTB –, war aber bereits in der 1. Hauptrunde gegen Quadri Aruna ausgeschieden (1:4).

Im Damen-Halbfinale stehen sich am Sonntagmorgen die Top-Chinesinnen Ding Ning und Sun Yingsha sowie Wang Manyu und Chen Meng gegenüber. Ding, die in letzter Zeit öfters gegen „Underdogs“ strauchelt, leistete sich diesmal keinen Ausrutscher und hatte im Viertelfinale die in China geborene Südkoreanerin Jeon Jihee gut im Griff. Die Weltranglisten-Elfte Sun könnte sich im Halbfinale allerdings als harte Nuss entpuppen. Die 18-Jährige schaltete immerhin Weltmeisterin Liu Shiwen im Achtelfinale aus (4:2), musste im Viertelfinale allerdings gegen die japanische Weltranglisten-Sechste Kasumi Ishikawa, die gegen starke Chinesinnen so gut wie nie etwas reißt, schwer kämpfen, um nach 0:2- und 1:3-Satzrückständen noch in sieben Durchgängen zu gewinnen. Den Entscheidungssatz schnappte sich Sun mit 13:11.

Die Weltranglisten-Erste Chen Meng steht ganz und gar nicht überraschend im Halbfinale. Besonders ihr Auftritt im Viertelfinale gegen die frühere Branchenführerin Zhu Yuling (11:4, 11:7, 11:6, 11:7) war beeindruckend. Die Fünfte des internationalen Rankings, Wang Manyu, steht ihr am Sonntagfrüh in Busan gegenüber. Wang zeigte im Viertelfinale der japanischen Weltranglisten-Siebten Mima Ito beim 11:7, 11:7, 11:4 und 11:8 die Grenzen auf.

Seitens des DTTB hatte es Nina Mittelham ins Hauptfeld geschafft, musste dort aber in der ersten Runde die Überlegenheit der Weltranglisten-Zwölften Doo Hoi Kem (Hongkong) anerkennen.

Fan Zhendong/Xu Xin ließen im Finale des Herren-Doppels nichts anbrennen. Die topgesetzten Südkoreaner Jeoung Youngsik/Lee Sangsu hatten beim 9:11, 7:11, 6:11 keine echte Chance. Das DTTB-Duo Benedikt Duda/Qiu Dang war im Viertelfinale gegen die Japaner Masataka Morizono/Maharu Yoshimura in vier Sätzen ausgeschieden.

Das Damen-Doppel ging an die topgesetzten Chinesinnen Chen Meng/Wang Manyu, die im Finale gegen die Südkoreanerinnen Choi Hyojoo/Yang Haeun zwei Sätze lang mächtig kämpfen mussten (12:10, 15:13, 11:6). Das deutsche Gespann Nina Mittelham/Shan Xiaona strich bereits im Achtelfinale durch ein 1:3 gegen die Japanerinnen Miu Hirano/Saki Shibata die Segel.

Auch der Titel im Mixed ist bereits vergeben. Ein wenig überraschend sicherte sich das an Position zwei gesetzte Hongkong-Duo Wong Chun Ting/Doo Hoi Kem Gold durch einen 3:1-Endspielsieg über die topgesetzte chinesische Formation Xu Xin/Liu Shiwen. Das DTTB-Mixed Qiu Dang/Nina Mittelham überstand die Qualifikation nicht – man unterlag den Slowaken Wang Yang/Tatiana Kukulkova mit 2:3.

 

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Text & Fotos (2): Dr. Stephan Roscher