1. BUNDESLIGA DAMEN: Kein Sieger im ersten Finale

Das Final-Hinspiel um die Deutsche Meisterschaft in Kolbermoor hielt, was es versprach. Vor 310 begeisterten Fans in der ROFA Arena gingen Titelverteidiger SV DJK Kolbermoor und Rekordchampion ttc berlin eastside nach hoch spannenden dreieinhalb Stunden mit einer Punkteteilung auseinander.

Das Rückspiel am Sonntag um 16.00 Uhr in der Hauptstadt ist völlig offen. Der Sieger ist Deutscher Meister, trennt man sich erneut unentschieden, gibt es ein drittes Match am 24. Mai in Berlin.

Jedes Team gewann ein Doppel. Georgina Pota/Matilda Ekholm hatten Kristin Lang/Sabine Winter beim 3:1 erstaunlich gut im Griff, während Liu Jia und Katharina Michajlova, die sich bereits in den Halbfinals als prächtig harmonierendes Duo „geoutet“ hatten, gegen Shan Xiaona/Nina Mittelham nichts anbrennen ließen, wobei die letzten beiden von insgesamt vier Sätzen sehr knapp waren. „Susi“ brachte Kolbermoor gegen Pota das erste und einzige Mal in der gesamten Partie in Führung, doch Shan sorgte in fünf Durchgängen gegen Lang für den Ausgleich.

Beim amtierenden Meister stand diesmal gar nicht so sehr Liu Jia im Rampenlicht sondern Svetlana Ganina, die ihre beiden Einzel gewann. „Susi“ war einmal erfolgreich. Sie schlug Georgina Pota und verlor mit 2:3 gegen die nervenstarke, aber auch spielerisch überzeugende Shan Xiaona in einem der beiden packendsten Matches des Abends. Kolbermoors Spitzenspielerin hatte die ersten beiden Sätze glasklar gewonnen, doch ihre Gegnerin kam immer besser ins Spiel, konnte egalisieren und führte im Entscheidungsdurchgang mit 4:1, 6:3 und 7:4. Dann jedoch gelangen der Österreicherin mit chinesischen Wurzeln sechs Punkte in Folge zur 10:7-Führung. Shan aber zeigte unbändigen Kampfgeist, erreichte die Verlängerung und verwandelte schließlich ihren zweiten Matchball zum 13:11.

Da danach Georgina Pota ihrer Gegnerin Kristin Lang keinen Satz überließ, stand es 5:3 für den ttc eastside, der auf einen Auswärtssieg zuzusteuern schien. Doch es folgte der Dämpfer: Nina Mittelham, die schon in ihrem ersten Match gegen die unglaublich sicher spielende Svetlana Ganina Probleme hatte, sich gut zu bewegen, musste ihr Match gegen Sabine Winter wegen massiven Knieproblemen abschenken, so dass Kolbermoor wieder herankam.

Obwohl die einzelnen Partien fast alle eng und umkämpft waren, kam es lediglich zu drei fünften Sätzen, von denen eastside zwei zu seinen Gunsten entschied. Anders lief es bei Svetlana Ganina, die in ihrem ersten Spiel gegen Nina Mittelham zweimal in Satzrückstand geriet, jedoch mit stoischer Ruhe weiterspielte und am Ende – nach 3:5, 4:8 und 6:10 – noch ein 13:11 bejubeln durfte, das ihr Team zu diesem Zeitpunkt im Spiel hielt.

Und der Schlussauftritt der 40-jährigen Defensivstrategin Ganina war mindestens ebenso bemerkenswert. Sie konnte tatsächlich auch die favorisierte Weltranglisten-28. Matilda Ekholm in vier Sätzen niederringen, die mit ihrer tollen Hand und dem schier unglaublichen Ballgefühl eigentlich gerade von Abwehrspielerinnen nur schwer zu knacken ist. Somit war nach 210 Minuten die Punkteteilung besiegelt, die für das Rückspiel am Sonntag alles offen lässt.

Berlin verspielte eine 3:2- und 5:3-Führung, auch weil Kolbermoor eine überragende Svetlana Ganina an Bord hatte, wobei man natürlich auch die verletzungsbedingte Aufgabe der deutschen Einzelmeisterin Nina Mittelham in Rechnung stellen muss, die in normaler Verfassung gegen Sabine Winter sicher eine realistische Siegchance besessen hätte.

„Nina ist am Knie verletzt und konnte schon gegen Ganina kaum laufen“, informiert Berlins Manager Andreas Hain. „Es sieht nicht gut aus.“ Hains kurzes Fazit samt Ausblick auf den Sonntag: „Ein überraschender Spielverlauf mit offener Fortsetzung. Aufgrund der Verletzung von Nina sind wir nicht sehr optimistisch.“

Der Gastgeber konnte mit dem Remis im Hexenkessel von Kolbermoor gut leben. „Die Stimmung war Wahnsinn und das Spiel war wirklich nichts für schwache Nerven“, so Trainer Michael Fuchs. „Absoluter Wahnsinn waren die Spiele von Svetlana. Im ersten Spiel gegen Nina ein 6:10 im Entscheidungssatz noch gedreht – das war wirklich unglaublich. Dagegen war das Spiel von Susi gegen Shan bitter. 3:7 und 10:7 im 5. Satz und dann noch verlieren…Das wäre eventuell das entscheidende “Break” gewesen. Aber insgesamt ist es sicher ein gerechtes Unentschieden. Das war absolute Werbung für unseren Sport und wir fahren mit einem guten Gefühl jetzt nach Berlin.“

Die Fans dürfen sich jedenfalls auch im Rückspiel auf prickelnde Duelle freuen. Und entschieden ist noch gar nichts.

Das komplette Geschehen an beiden Spieltischen ist auch am Sonntag im Livestream von Sportdeutschland.TV zu verfolgen: 

 

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Text & Foto: Dr. Stephan Roscher