Saarbrücken verliert erstes Final-Match um den ETTU-Cup mit 1:3

Der 1. FC Saarbrücken, der noch auf zwei Hochzeiten tanzt, Meisterschaft und ETTU-Cup, war leicht favorisiert zum Finalhinspiel um den „Europapokal“ nach Hennebont gereist, musste aber eine 1:3-Niederlage quittieren. Doch die Chance ist vorhanden, im Rückspiel am 11. Mai noch den Spieß umzudrehen.

Der Bundesligist aus dem Saarland, der am 25. Mai in Frankfurt im Meisterschaftsfinale gegen Ochsenhausen den ganzen großen Coup landen möchte, hat das erste von zwei Endspielen um den ETTU-Pokal verloren. Das Team des deutschen Nationalspielers Patrick Franziska unterlag am Freitagabend beim französischen Klub G.V. Hennebont T.T. mit 1:3 und braucht nun beim Rückspiel einen deutlichen Sieg. Bei einem 3:0 wäre man am Ziel oder aber bei einem 3:1 mit formidablem Satzverhältnis – Hennebont hat mit 11:7 Sätzen vorgelegt. 

Entscheidender Mann der ersten Partie war der Ex-Ochsenhausener Liam Pitchford, dem für sein Team Siege gegen Liao Cheng Ting und Darko Jorgic gelangen. Franziska, aufgrund von Problemen am Fußzeh weiterhin beeinträchtigt, war von FCS-Trainer „Bobo“ Grujic nur an Position drei aufgestellt worden, wo er – so der Matchplan – gegen Cedric Nuytinck punkten sollte. Doch es ging daneben. Der Belgier spielte im Hexenkessel von Hennebont richtig gut, Franziska dagegen nicht annähernd in der Form von Budapest und etwas ängstlich – aufgrund seines Handikaps verständlich. Er unterlag in dem vorentscheidenden Match mit 5:11, 11:13, 11:8 und 2:11 relativ deutlich. 

Zuvor hatte Pitchford gegen den Taiwanesen Liao mit 3:1 gewonnen, der beste Saarbrücker, Darko Jorgic, aber in fünf Sätzen gegen Hennebonts Chinesen Fan Sheng Peng für den Ausgleich gesorgt. Zwar schien es später so, als würde der Slowene gegen Pitchform erneut egalisieren können, doch der schlaksige Brite kam nach einem schnellen 0:2-Satzrückstand immer besser ins Spiel und gewann das Match mit 7:11, 2:11, 11:7, 11:9 und 11:7. 

„Bei Patrick war die Frage, ob er überhaupt spielen kann. Er hat es probiert, am Ende hat es nicht geklappt. Dieses Spiel bei 1:1 war ganz wichtig“, bilanzierte Slobodan Grujic. „Darko war wirklich sehr, sehr gut. Schade, dass er die 2:0-Führung gegen Pitchford nicht nutzen konnte. Liao hatte am Anfang bis 1:0 und 5:2 alles im Griff, dann wurde Pitchford immer besser. Im Endeffekt haben wir hier alles versucht.“ Der Trainer gibt die Hoffnung nicht auf: „Es ist noch nichts verloren, wir können es zu Hause noch umdrehen, dazu müssen wir besser spielen und Patrick muss fit werden.“  

Die Saarbrücker haben ihr Vorhaben, noch zwei Titel in der zu Ende gehenden Saison zu erringen und zum zweiten Mal nach 2014 den ETTU-Pokal ins Saarland zu holen, noch nicht aufgegeben. Doch seit Freitagabend ist es ein ganzes Stück schwerer geworden.


G.V. Hennebont T.T. – 1. FC Saarbrücken TT 3:1
Liam Pitchford – Liao Cheng-Ting 3:1 (8:11, 11:7, 11:8, 11:4)
Fan Sheng Peng – Darko Jorgic 2:3 (11:8, 9:11, 11:8, 2:11, 5:11)
Cedric Nuytinck – Patrick Franziska 3:1 (11:5, 13:11, 8:11, 11:2)
Liam Pitchford – Darko Jorgic 3:2 (7:11, 2:11, 11:7, 11:9, 11:7) 

 

Text: Dr. Stephan Roscher

Foto Darko Jorgic: Ulrich Höfer