Finale Ochsenhausen vs. Saarbrücken perfekt

Die TTF Liebherr Ochsenhausen haben auch ihr zweites Halbfinal-Play-off in Bergneustadt mit 3:1 gewonnen und stehen zum zweiten Mal in Folge im Finale um die Deutsche Meisterschaft, das am 25. Mai in der Frankfurter Fraport Arena ausgetragen wird. Der Gegner ist Düsseldorf-Bezwinger 1. FC Saarbrücken TT.

Kurioserweise gingen alle vier Matches 3:0 aus – dreimal zu Gunsten der Oberschwaben. Unerwartet verlor TTF-Frontmann Hugo Calderano gegen einen nahezu fehlerfrei agierenden Paul Drinkhall. Der Brasilianer fand einfach nicht in sein Spiel. „Hugo war beim Bundesligaspiel in Bergneustadt nicht dabei, er kannte die Halle nicht und reagiert auf ungewohnte Tische und Bälle manchmal etwas sensibel“, erklärt Präsident Kristijan Pejinovic. Für diese These spricht auch sein 3:0-Hinspielerfolg über den Engländer vor zwei Wochen im heimischen Ehingen. „Gegen Drinkhall war heute nichts drin, umso bewundernswerter, wie er dann im zweiten Spiel gegen Duda mit viel Willenskraft den Schalter umgelegt hat“, so Pejinovic.

Doch der Reihe nach. Als Calderano gegen Drinkhall patze, lagen die TTF nämlich bereits mit 1:0 in Front. Ein gut aufgelegter Simon Gauzy hatte nämlich Schwalben-Spitzenspieler Benedikt Duda in die Knie gezwungen. Eigentlich hätte es nach einem deutlichen und einem knappen Satzgewinn sogar eine klare Sache werden können, doch der 24-jährige TTF-Franzose machte es nach einer 7:1-Führung im dritten Durchgang nochmals spannend, musste einen 9:10-Rückstand hinnehmen und gewann erst in der Verlängerung. Es folgte Drinkhalls Sieg zum 1:1-Pausenstand im Hexenkessel von Bergneustadt (Pejinovic: „Es kamen zwar nicht so viele Zuschauer wie erwartet wegen des tollen Ausflugswetters, aber die, die da waren, haben mächtig Alarm gemacht.“).

Doch auch die Fans des Gastgebers konnten nicht verhindern, dass ein vorzüglich fokussierter Stefan Fegerl – ähnlich stark wie im Hinspiel – Alvaro Robles nach zwei deutlichen Sätzen und einem knappen Durchgang zum vorentscheidenden 2:1 in die Schranken wies, jenen Robles, mit dem sich die Ochsenhausener Asse in der Regel ziemlich schwertun. Und dann folgte der zweite Auftritt Hugo Calderanos gegen Duda, der für den ersten mehr als entschädigte und den Finaleinzug der TTF besiegelte. Wie im Hinspiel ließ der Weltranglisten-Siebte im Duell der Einser dem deutschen Nationalspieler keine wirkliche Chance. Nach insgesamt zwei Stunden und fünf Minuten durften die Spieler, die Verantwortlichen und die mitgereisten Fans aus Ochsenhausen den Einzug ins Endspiel um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft bejubeln.


Stimmen zum Spiel

„Ochsenhausen hat einfach eine starke Leistung gezeigt und steht daher auch verdient im Finale. Für uns ist es bitter“, räumte Benedikt Duda ein.

„Ich glaube, dass heute jeder eine gute Leistung gezeigt hat. Mannschaftlich ist es natürlich ein schöner Erfolg, wenn jeder einen Zähler beisteuert“, so ein zufriedener Stefan Fegerl. 

„Wir freuen uns natürlich, dass wir nun auch den Einzug ins Meisterschafts-Endspiel geschafft haben und in Frankfurt dabei sind“, sagte Kristijan Pejinovic. „Kompliment an alle Spieler und das Trainerteam. Wir haben heute aufgrund einer sehr guten Mannschaftsleistung gewonnen, jeder hat einen Punkt zum Erfolg beigetragen. Respekt vor Hugo, wie er in seinem zweiten Spiel die Zähne zusammengebissen hat, nachdem es im ersten bei ihm so schlecht gelaufen war. Aber auch Simon und Stefan haben hervorragend gespielt.“

Dmitrij Mazunov, der in seiner ersten Saison als TTF-Cheftrainer einen Titel bereits mit dem Team geholt hat und nun die Chance auf den zweiten besitzt, war natürlich hochzufrieden. „Wir waren sehr gut vorbereitet und haben in beiden Spielen als Mannschaft überzeugt, deshalb stehen wir verdient im Endspiel“, so Mazunov. „Bei Play-offs ist natürlich vieles Kopfsache und da kann dann auch mal was daneben gehen wie bei Hugos erstem Match. Natürlich bin ich froh, dass wir uns das Doppel erspart haben, doch auch da hätte ich eine gute Chance für uns gesehen, auch wenn Drinkhall/Robles ein gutes Doppel spielen.“ Der Blick ist bereits jetzt nach vorne gerichtet: „Wir freuen uns auf ein schönes Finale gegen Saarbrücken mit seinem Topmann Franziska und wollen jetzt natürlich den Titel nach Ochsenhausen holen. Nun konzentrieren sich die Spieler erst mal auf die WM, aber kurz danach geht es richtig los mit den Vorbereitungen für das Finale.“

„Mit Patrick Franziska, der ein Mega-Jahr hat und unter anderem Timo Boll bezwungen hat, hat Saarbrücken einen Spieler in seinen Reihen, der gut und gerne zwei Punkte machen kann“, warnt Stefan Fegerl davor, sich bereits am Ziel zu wähnen. „Daher ist das Finale völlig offen. Wir freuen uns jedenfalls darauf, um den Titel zu spielen.“

 

RÜCKSPIEL

TTC Schwalbe Bergneustadt – TTF Liebherr Ochsenhausen 1:3

Benedikt Duda – Simon Gauzy 0:3 (7:11, 12:14, 11:13)

Paul Drinkhall – Hugo Calderano 3:0 (11:6, 11:7, 11:6)

Alvaro Robles – Stefan Fegerl 0:3 (7:11, 8:11, 12:14)

Benedikt Duda – Hugo Calderano 0:3 (7:11, 5:11, 8:11)

 

HINSPIEL

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Schwalbe Bergneustadt 3:1

Hugo Calderano – Paul Drinkhall 3:0 (11:9, 11:9, 11:8)

Simon Gauzy – Alvaro Robles 2:3 (11:8, 7:11, 9:11, 11:8, 9:11)

Stefan Fegerl – Benedikt Duda 3:0 (11:8, 11:9, 11:4)

Hugo Calderano – Alvaro Robles 3:1 (11:2, 11:7, 9:11, 12:10)

 

Text & Fotos (2): Dr. Stephan Roscher