1. BUNDESLIGA DAMEN: Bingen trotzt Ligaprimus Remis ab

Ein Remis zwischen Bingen und Spitzenreiter Berlin hatten nicht viele auf der Rechnung. Im Hinspiel gab es schließlich ein 0:6-Debakel für die TTG. Doch der Hauptstadtklub reiste nicht in Bestbesetzung an – auch deshalb entwickelte sich ein Tischtenniskrimi, spannend bis zum letzten Ballwechsel.

TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – ttc berlin eastside 5:5

In einer spannenden Partie erkämpfte die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim am Sonntagnachmittag in etwas über drei Stunden vor 163 begeisterten Fans ein Remis gegen den europäischen Topklub ttc berlin eastside.

Allerdings waren aus der Berliner 1A nur Shan Xiaona und Nina Mittelham dabei, wobei Kathrin Mühlbach zumindest zur erweiterten Stammbesetzung zählt. Spielertrainerin Irina Palina, die etatmäßig nur noch in der Regionalliga aufschlägt, war im letzten Match gegen Giorgia Piccolin dennoch nicht weit von einem Sieg und somit dem 6:4 für ihr Team entfernt. Die Italienerin hatte jedoch im fünften Satz mit 11:9 die Nase vorn. Die Fans erlebten so jedenfalls ein ganz enges, bis zum letzten Ballwechsel spannendes Bundesligaspiel und kamen voll auf ihre Kosten.

Ein Schlüsselspiel war sicher das Match zwischen der US-Amerikanerin Zhang Lily und der Deutschen Meisterin Nina Mittelham, das die Bingener Nummer eins in vier Sätzen gewann. Dadurch lief es am Ende auf die Punkteteilung zu. Anderenfalls hätte eastside, das mit 5:3 vor dem letzten Durchgang im hinteren Paarkreuz in Führung lag, wohl mit 6:2 gewonnen.

Für den Ligaprimus punkteten die stark spielende Shan Xiaona (3:1 gegen Chantal Mantz, 3:0 gegen Zhang Lily), Mittelham (3:0 gegen Mantz), Mühlbach (3:1 gegen Piccolin) sowie das Doppel Shan/Mittelham (3:0 gegen Zhang/Piccolin). Für den Gastgeber war neben den bereits genannten Spielerinnen noch Yuan Wan im Dreifach-Pack erfolgreich. Die 21-Jährige gewann nämlich sowohl gegen Palina als auch gegen Mühlbach jeweils in drei Sätzen und hatte zu Beginn ihr Doppel mit Mantz (3:1 gegen Mühlbach/Palina) nach Hause gebracht.

Durch den Punktgewinn sind die Aussichten der Rheinhessinnen auf eine gute Platzierung gestiegen. Sogar Rang zwei ist noch möglich. Berlin steht bekanntlich bereits als Sieger der Punktrunde fest.

„Die Begegnung war spannend und nervenaufreibend bis zum Schluss“, so ein erleichterter TTG-Chef Joachim Lautebach. „Der heutige Punktgewinn gibt uns natürlich Auftrieb für die kommenden Heimspiele gegen Böblingen und Bad Driburg. Wir wollen mindestens Platz vier schaffen, wenn es aber mehr wird, dann umso besser. Es bleibt bis auf weiteres alles offen.“

eastside-Manager Andreas Hain nahm den verlorenen Punkt gelassen. „Wir sind und bleiben Erster, das zählt und da können wir auch mal ein Unentschieden verschmerzen“, so Hain. „Wir haben ein paar Chancen liegengelassen und Bingen hat seine Chancen genutzt, insofern geht das 5:5 in Ordnung, auch wenn Ira eigentlich noch den Sieg auf dem Schläger hatte.“


Text & Fotos (2): Dr. Stephan Roscher