POKAL-ACHTELFINALE: TTF schalten Fulda im ICE-Tempo aus

Ochsenhausen hatte mit dem letztjährigen Play-off-Halbfinalisten Fulda-Maberzell das schwerste Pokal-Los im Achtelfinale erwischt und viele richteten sich auf einen harten Kampf auf Augenhöhe ein. Doch es kam ganz anders. Die Osthessen hatten beim 0:3 keine Chance.

Gerade nach dem 1:3 in Mühlhausen waren manche doch etwas unsicher geworden, wo die jungen TTF-Profis aktuell stehen. Doch das von Cheftrainer Dmitrij Mazunov nominierte Trio Gauzy-Calderano-Fegerl trat „knackig und souverän“ – so Vereinspräsident Kristijan Pejinovic – auf und spielte vor knapp 300 Fans den renommierten Gegner in ganzen 97 Minuten (82, wenn man die Pause abrechnet) in Grund und Boden.

Einen einzigen Satz überließ man den Gästen, die natürlich ziemlich geknickt waren, in Ehingen so gnadenlos abgefertigt zu werden. Immerhin hatten sie vor zwei Jahren noch fast im Abonnement gegen die TTF-Asse gewonnen und besonders Ruwen Filus hatte Gauzy, Calderano und Kollegen immer wieder das Fürchten gelehrt, bis letzte Saison der Knoten platzte und man die Hessen in den Play-off-Halbfinals plötzlich gut im Griff hatte.

Und heute war die Darbietung in der Sporthalle des Johann-Vanotti-Gymnasiums nochmals ein ganzes Stück souveräner. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir mit Yuto Muramatsu zwei Jahre einen Top-Abwehrspieler bei uns hatten, das hat viele bei uns vorangebracht, die nun genau wissen, wie man es spielen muss“, so Kristijan Pejinovic.

Zunächst demonstrierte Simon Gauzy gegen den Weltranglisten-19. Ruwen Filus, dass er weiß, wie es funktioniert. Nur der erste Satz war etwas enger, aber der Sieg des 23-jährigen Franzosen stand nie in Frage. Im Anschluss sorgte Hugo Calderano gegen den zweiten Maberzeller Defensiv-Giganten, Wang Xi, bereits für eine kleine Vorentscheidung. Wang rettete sich zwar im ersten Satz nach deutlichem Rückstand noch in die Verlängerung, doch der 22-jährige Brasilianer machte den Sack noch zu und dominierte danach immer mehr.

Filus 0:3, Wang 0:3 – das hatte sich der Zweite der letzten Punktrunde anders vorgestellt. Doch auch Fuldas Nummer drei, Neuzugang Tomislav Pucar, konnte dem Spiel keine Wende mehr geben. Stefan Fegerl spielte gegen den 22-jährigen Kroaten, der 2017 U21-Europameister war, seine ganze Routine aus. Zwar konnte Pucar zwischenzeitlich den Satzausgleich bewerkstelligen, doch dann gab Fegerl richtig Gas und gönnte dem 1,96-Meter-Mann auf der anderen Seite des Tisches noch fünf Punkte in zwei Sätzen.

„Das war der richtige Ruck nach dem Mühlhausen-Spiel, die richtige Ansage“ freute sich Kristijan Pejinovic. „Es war sehr beeindruckend, auch für die Zuschauer. Unsere Jungs haben alle sehr aggressiv gespielt und wenig Fehler gemacht. Die Post ging heute richtig ab und man hat Fulda gar nicht ins Spiel kommen lassen. Wir haben vom ersten Ballwechsel an unmissverständlich gezeigt, dass unser Fokus auf dem Weiterkommen lag und dass wir ins Liebherr Pokal-Finale wollen.“

Die TTF stehen damit als erster Pokal-Viertelfinalist – neben den als Titelverteidiger gesetzten Düsseldorfern – fest und können ganz entspannt die übrigen sieben Achtelfinal-Partien, die zwischen dem 27.09. und dem 05.10. ausgetragen werden, abwarten. Auf Boll und Co. kann man, der Setzung entsprechend, erst im Finale treffen und in dieser Verfassung braucht man vor keinem Gegner in Ehrfurcht zu erstarren.

Am Samstagmorgen geht es bereits weiter für den TTF-Tross mit der gut fünfstündigen Autobahnfahrt nach Jülich, wo das Team am Sonntag um 15 Uhr in der TTBL aufschlägt. Mit dem 3:0 vom Pokal-Achtelfinale im Rücken, lässt sich diese Aufgabe beim Aufsteiger natürlich besonders optimistisch und erfolgversprechend angehen. Fulda-Maberzell gibt in Grenzau seine Visitenkarte ab und gilt im Westerwald - trotz der heutigen Schlappe - als Favorit.

 

Das Spiel im Überblick

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 3:0

Simon Gauzy – Ruwen Filus 3:0 (11:9, 11:7, 11:6)

Hugo Calderano – Wang Xi 3:0 (12:10, 11:8, 11:6)

Stefan Fegerl – Tomislav Pucar 3:1 (11:6, 15:17, 11:2, 11:3)

 

Deutsche Pokalmeisterschaft 2018/19 – Achtelfinale

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 3:0

1. FSV Mainz 05 – SV Werder Bremen (27.09., 19 Uhr)

TSV Bad Königshofen – TTC Schwalbe Bergneustadt (29.09., 19 Uhr)

TV Hilpoltstein – TTC Zugbrücke Grenzau (30.09., 14 Uhr)

TTC OE Bad Homburg – ASV Grünwettersbach (03.10., 18 Uhr)

TTC GW Bad Hamm – TTC indeland Jülich (04.10., 19 Uhr)

1. FC Saarbrücken TT – Post SV Mühlhausen (05.10., 18.30 Uhr)

Freilos: Borussia Düsseldorf

 

Text & Foto Filus: Dr. Stephan Roscher

Foto Fegerl: TTF Liebherr Ochsenhausen