2. BUNDESLIGA: Topspiel am Samstag in Passau

Im Bad Homburger Stadtteil Ober-Erlenbach ist die Euphorie in diesen Tagen groß. Nun ist man bereits seit dem 25.11. Spitzenreiter der 2. Liga – die Tabellenführung war also keine Eintagsfliege. Am Samstag kommt es in Passau zum Showdown um die Herbstmeisterschaft.

Langfristig peilt der Bad Homburger Stadtteilklub, bis zur Saison 2015/16 noch als TTC Ober-Erlenbach aktiv, ohnehin den Sprung in die TTBL an, ist aber noch auf der Suche nach zusätzliche Sponsoren, die dieses Abenteuer, das so abenteuerlich gar nicht sein muss – Musterbeispiel Bad Königshofen – finanziell absichern.

Doch zunächst einmal möchte man gerne die Spitzenposition in die Feiertage hinüber retten, wozu man einen Sieg in Passau bräuchte, das mit 11:5 Zählern einen Punkt weniger auf dem Konto hat als die Kurstädter. Einen Sieg deshalb, weil im Hintergrund auch noch Saarbrücken lauert.

Die Leistungen am zurückliegenden 8. Spieltag sprechen doch eher für Passau, das am Samstag gegen eben jene dritte Topmannschaft der Liga, die TTBL-Reserve des 1. FC Saarbrücken, ein sensationelles Spiel machte und den Saarländern, obwohl in Bestbesetzung, die erste Saisonniederlage beibrachte. Und das mit 6:2 vor 165 begeisterten Fans deutlich und verdient. Der Ungar Tamas Lakatos und der Kroate Tomislav Kolarek präsentierten sich in überragender Form und ließen das sonst so starke FCS-Spitzenpaarkreuz mit Tomas Polansky und Deni Kozul arg alt aussehen.

Dennoch ist Saarbrücken, das sich tags darauf beim 6:3 in Hilpoltstein von der Passau-Pleite gut erholt zeigte, ganz dick oben mit dabei und könnte sich in der Tabelle noch an den beiden Titel-Rivalen vorbeischleichen, Siege am Sonntag in Jülich und sechs Tage später gegen Bad Hamm vorausgesetzt. Andere Teams dürften im Kampf um die Spitzenplätze kaum noch eine Rolle spielen, der BVB als Tabellenvierter weist 8:8 Punkte auf.

Die Jülicher, mit nunmehr 4:12 Punkten dick im Abstiegskampf, präsentierten sich in Bad Homburg auf gutem Niveau. Statt 3:6 hätte es ohne weiteres auch ein Remis geben können, doch das Glück ist bisher in dieser Saison kein Freund der „Indeländer“. Allerdings mussten die Hessen vor 170 Zuschauern ohne den zuvor angekündigten Sanil Shetty auskommen. Shetty weilte in Korea – eine signifikante Schwächung, da Dominik Scheja trotz einer Steigerung gegenüber der Vorsaison den Inder nach wie vor nicht annähernd ersetzen kann und ohne Shetty naturgemäß auch das noch ungeschlagene Doppel Scheja/Shetty nicht möglich ist.

Mit 4:1 waren anfänglich bärenstarke Bad Homburger vorgeprescht, doch danach kam Jülich immer stärker auf. Brian Afanador (3:0 gegen Scheja) und Martin Allegro (3:1 gegen Harald Andersson) brachten ihr Team heran. Es folgten zwei ganz enge Matches zwischen Nandor Ecseki und Tobias Rasmussen sowie Alexander Valuch und Afanador. Wären beide an den Gast aus dem äußersten Westen gegangen, hätte dieser sogar beide Punkte aus dem ‚Wingert Dome‘ entführen können, da unsicher war, ob Scheja gegen den rumänischen Routinier Dragos Olteanu im dann erforderlichen zehnten Match des Tages würde bestehen können. Doch dazu kam es nicht mehr. Bad Homburgs Ungar und Slowake brachten ihre umkämpften Partien nach Hause, so dass die unterhaltsame, phasenweise richtig spannende Messe nach ziemlich exakt drei Stunden gelesen war. Viel wird für den TTC OE beim Topspiel in Passau davon abhängen, ob Shetty wieder an Bord ist.

Wenn  wir schon beim Pech sind: das nämlich klebt den Spielern des Schlusslichts 1. FC Köln seit Saisonbeginn noch mehr am Schläger als ihren Jülicher Kollegen. Sie spielen immer knapp, doch hat der Gegner bisher fast immer das bessere Ende für sich – nur dreimal reichte es zur Punkteteilung, wie auch am Sonntag gegen den TTC Frickenhausen. Diese Partie hätte der Befreiungsschlag für Wehking und Co. werden können, und drei von vier packenden Stunden lang roch es förmlich nach dem Gelingen der Mission. Vor 110 Fans führte man schon mit 5:2 und schien eindeutig auf der Siegerstraße, doch man konnte den Elfmeter nicht versenken und stand am Ende wieder nur mit einem mickrigen Punkt da. Gegen Ende patzten nämlich Lennart Wehking (1:3 gegen Qiu Liang), Gianluca Walther (1:3 gegen Hibiki Tazoe) sowie Björn Helbing (1:3 gegen Konstantinos Angelakis) in allesamt ganz engen Matches. Für die Geißböcke scheint diese Saison wirklich die alte Lebensweisheit zu gelten: erst hatten sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.

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2. BUNDESLIGA: Bad Homburg will auf dem Spitzenplatz überwintern

 

Text & Fotos (2): Dr. Stephan Roscher