Mannschafts-EM in Luxemburg: Heute fällt der Startschuss

Nur dreieinhalb Monate nach der WM in Düsseldorf fällt am heutigen Mittwoch um 10 Uhr in der Luxemburger Sportarena D’Coque der Startschuss zu den Tischtennis-Mannschaftseuropameisterschaften 2017 (13.-17. September).

Nach der zweitägigen Gruppenphase geht es ab Freitag im K.O.-Modus weiter mit den Viertelfinals, für die sich jeweils die zwei Erstplatzierten der Gruppen qualifizieren. Es folgen die beiden Halbfinal-Partien am Samstag und das Endspiel am Sonntag.

Großer Turnierfavorit bei den Herren ist die deutsche Nationalmannschaft mit den Topstars Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll, die zuletzt zweimal das Nachsehen hatte - nach sechs EM-Titeln in Folge scheiterte man 2014 an Portugal und 2015 an Österreich. Nun strebt man mit aller Macht den Griff nach Gold an. Der Weltranglistenvierte Dimitrij Ovtcharov stellt fest: „Es ist Zeit, den Titel wieder nach Hause zu holen. Bisher galt immer: Wenn Timo und ich in Form waren, haben wir bei allen Großveranstaltungen etwas erreicht.“

Gut besetzte Teams wie Frankreich, Portugal oder Polen – natürlich sind auch Österreich und Schweden zum erweiterten Favoritenkreis zu zählen – lauern jedoch auf einen Ausrutscher des DTTB-Teams und könnten gegebenenfalls zum Stolperstein werden.

In Gruppe A mit Deutschland, Kroatien, Spanien und Weißrussland, das ohne Vladimir Samsonov am Start ist, ist niemand auszumachen, der den Spitzenplatz der DTTB-Auswahl gefährden könnte – eigentlich eine Gruppe zum Aufwärmen. Zu einem Ochsenhausener Aufeinandertreffen könnte es bereits in der Gruppenphase kommen. In Gruppe D kämpfen nämlich Frankreich mit Simon Gauzy und Polen mit Jakub Dyjas um den Gruppensieg, den ihnen die Rumänen und Ukrainer streitig machen wollen. Die Portugiesen mit Joao Geraldo und dem Saarbrücker Tiago Apolonia, denen 2014 vor heimischem Publikum der Titelgewinn glückte, duellieren sich in Gruppe B mit Österreich, Slowenien und der Slowakei um einen der beiden zum Viertelfinale berechtigenden Plätze. In Gruppe C gelten die Schweden mit den Düsseldorfern Kristian Karlsson und Anton Källberg als Favorit. Griechenland, Russland und die Gastgebernation dürften kaum den Gruppensieg der Skandinavier gefährden. Zwischen den Griechen und Russen dürfte sich entscheiden, wer noch ins Viertelfinale einzieht.

Der Auftaktgegner der DTTB-Herrenriege dürfte Ovtcharov, Boll, Filus, Walther und Franziska vor keine unlösbaren Probleme stellen. Gegen die Spanier mit TTBL-Profi Alvaro Robles (Bergneustadt) sollte eigentlich klar gewonnen werden (13 Uhr). Gegen die übrigen beiden Gruppengegner geht es erst am Donnerstag in die Box.  

EM 2017, Gruppenauslosung Herren

Gruppe A: Deutschland, Kroatien, Spanien, Weißrussland

Gruppe B: Portugal, Österreich, Slowenien, Slowakei

Gruppe C: Schweden, Griechenland, Russland, Luxemburg

Gruppe D: Frankreich, Rumänien, Polen, Ukraine

Bei den Damen ist die Ausgangslage etwas komplizierter, wenngleich auch hier die DTTB-Auswahl als Favorit ins Rennen geht. Drei Mal in Serie hieß der Team-Europameister zuletzt Deutschland. Die beiden in China geborenen Top-Spielerinnen Han Ying und Shan Xiona dürfen - im Gegensatz zur WM - spielen. Dem Großteil des deutschen Teams fehlt es jedoch an internationaler Erfahrung: Nina Mittelham ist erst 20 Jahre alt, Wan Yuan genauso. Und die Weltranglisten-49. Sabine Winter kämpft sich nach einer Blinddarm-Operation erst wieder heran. Die WM-Dritte im Mixed Petrissa Solja fehlt dagegen wegen einer Verletzung am Schlagarm, die deutsche Meisterin Kristin Silbereisen ist schwanger.

„Jetzt rechnen sich viele Mannschaften sicher mehr Chancen aus, gegen uns zu gewinnen“, gibt Bundestrainerin Jie Schöpp zu Protokoll. „Aber wir fahren trotzdem nach Luxemburg, um gegen jeden zu gewinnen. Wir haben ein gewisses Selbstvertrauen und die Erfahrung, wie man Titel holt.“

Die deutschen Gruppengegner Ungarn (mit Georgina Pota) und Schweden (mit Matilda Ekholm) sind gewiss nicht schwach, dürften aber im Normalfall das DTTB-Team nicht besiegen. Kroatien nimmt die Außenseiterrolle in der Gruppe ein. Am Mittwoch geht es gleich richtig zur Sache für Han, Shan und Co.: Um 10 Uhr steigt das Gruppenspiel gegen die Schwedinnen, um 19 Uhr hoffen die Ungarinnen darauf, gegen Deutschland das beinahe Unmögliche möglich zu machen.

EM 2017, Gruppenauslosung Damen

Gruppe A: Deutschland, Ungarn, Schweden, Kroatien

Gruppe B: Rumänien, Tschechien, Niederlande, Luxemburg

Gruppe C: Österreich, Portugal, Ukraine, Spanien

Gruppe D: Polen, Russland, Frankreich, Weißrussland

 

EM 2017 auf der Webseite der ETTU

EM 2017 auf der Webseite der ITTF

 

Text & Fotos (2): Dr. Stephan Roscher