TTBL: Erik Schreyer neuer Cheftrainer in Mühlhausen

Nicht nur beim spielenden Personal – Lubomir Jancarik ersetzt Lars Hielscher – hat sich etwas beim thüringischen Bundesligisten Post SV Mühlhausen getan. Auch auf dem Trainersessel gab es eine Veränderung. Erster Mann auf der Kommandobrücke ist künftig Erik Schreyer.

Der 29-Jährige, der selbst weiterhin für die Reserve der Postler in der 3. Liga aufschlägt, startet gleich mit einer Rekordmarke in seinen neuen Job. Schreyer geht in die Saison 2017/18 als mit Abstand jüngster Trainer der TTBL.

Vier Jahre assistierte er Cheftrainer Alexander Schieke und sammelte Erfahrungen bei der Betreuung der Bundesliga-Asse des Thüringer Topklubs. Nun tritt er selbst ins erste Glied und löst Schieke ab, der wegen seiner beruflichen Verpflichtungen als Lehrer in Sachsen-Anhalt künftig in Sachen Tischtennis kürzer treten muss.

Schreyer, der auch als Nachwuchstrainer Erfolge vorweisen kann – unter ihm gelangen der Post-SV-Jugend, die er auch weiterhin trainieren wird, zuletzt vier Landesmeistertitel –, will nun Nägel mit Köpfen machen und im März 2018 seinen Trainer-Lehrgang mit der A-Lizenz abschließen. Dies war im Übrigen eine der Voraussetzungen für den Cheftrainer-Posten in der deutschen Eliteliga.

Den Schläger will der extrovertierte Tischtennis-Enthusiast jedoch nicht an den Nagel hängen, der bisweilen gerne für die Galerie spielt und spektakuläres Tischtennis liebt. Weshalb sollte er mit 29 auch schon ans Aufhören denken, gehört er doch seit Jahren zu den Leistungsträgern des Drittligateams, das die letzte Runde als Tabellensechster der Südstafel beendete. Allerdings lief es zuletzt nicht optimal bei Schreyer, der im vorderen Paarkreuz mit 11:24 hoch negativ spielte. Dafür legte er mit Bohumil Vozicky eine imposante Doppelbilanz von 14:1 hin.

Doch das alles tritt nun in der Bedeutung etwas in den Hintergrund, da natürlich die Betreuung des Bundesligateams, das in der Aufstellung Habesohn, Ionescu, Jancarik um einen Mittelfeldplatz kämpfen will, oberste Priorität genießt. Als Cheftrainer gibt Schreyer in zehn Tagen sein Debüt, nämlich am 20. August im Heimspiel der Postler gegen den Traditionsverein TTC Zugbrücke Grenzau. „Das ist für mich eine unheimlich reizvolle Aufgabe, weil ich es fast durch die Bank mit Weltklasse-Spielern zu tun habe", sagt Schreyer, der vom neuen Mitglied des DTTB-Trainerstabes Lars Hielscher einiges gelernt hat und hofft, als Bundesligatrainer in Alexander Schiekes „Fußstapfen treten zu können.“

Der neue Aufgabenbereich des gebürtigen Waldkircheners, der folglich Sachse aus dem nordwestlichen Erzgebirge und kein Thüringer ist, ist vielfältig. Dazu zählen unter anderem die Videoanalyse des Gegners, die Aufstellung der Mannschaft und taktische Hinweise am Spieltag selbst, aber auch organisatorische Dinge wie die Planung der Heimspiele und der Fahrten zu Auswärtsspielen. Sowohl als Ratgeber als auch als Motivator will Schreyer fungieren. "Wenn du als Spieler in der Box stehst, bist du im Tunnel und spielst dein System durch. Da ist es mitunter hilfreich, von außen den ein oder anderen Ratschlag zu bekommen", gibt er zu Protokoll. "Ich konnte mich selbst immer ganz gut pushen, auch wenn ich zurückliege. Jetzt ist es die Kunst, die richtigen Worte zu finden, wenn zum Beispiel einer unserer Jungs hinten liegt", so der neue Chef auf der Kommandobrücke des Post SV Mühlhausen.

 

Text & Foto: Dr. Stephan Roscher