EM 2017: DTTB strebt doppeltes Gold in Luxemburg an

Nur noch gut fünf Wochen sind es bis zum Beginn der 36. Tischtennis-EM in Luxemburg (13.-17.09.2017). Die DTTB-Damen sind erneut klarer Titel-Favorit und die deutschen Herren hoffen darauf, nach vier Jahren endlich wieder Europas Thron zu besteigen.

Die Mannschafts-EM wird im National Sports & Culture Center d'Coque in Kirchberg ausgetragen. Mehr als 40 Tischtennis-Nationalteams aus Europa werden bei den LIEBHERR 2017 ITTF European Table Tennis Championships die EM-Sieger und -Platzierten ermitteln. Die Nachfolger der amtierenden Europameister Österreich (Herren) und Deutschland (Damen), die 2015 das Turnier im russischen Jekaterinburg ganz oben auf dem Treppchen beendet hatten, werden nach fünf intensiven Tischtennistagen gekürt.

Der DTTB hat inzwischen sein vorläufiges EM-Aufgebot nominiert – allzu große Überraschungen blieben aus. Die Damen, die ja, im Gegensatz zur WM, mit den beiden besten Spielerinnen Han Ying und Shan Xiaona antreten können, sind der Top-Favorit. Mit Han, Shan und Petrissa Solja sind sie in Europa eigentlich kaum zu schlagen, wenngleich man die Konkurrenz nicht unterschätzen darf. Andere Nationen wie Rumänien - mit Elizabeta Samara, Bernadette Szöcs und Daniela Dodean-Monteiro vielleicht der Hauptrivale -, Österreich mit Liu Jia, Ungarn mit Georgina Pota oder die Niederlande mit Defensivwand Li Jie können auch Tischtennis spielen und haben versierte Akteurinnen in ihren Reihen.

Bei den Herren ist die Ausgangslage eine andere. Zweimal in Folge ging die Sache daneben, deshalb ersehnt man den Titel förmlich und will alles versuchen, auf europäischer Ebene endlich wieder in die Erfolgsspur zu gelangen. Mit einem Dimitrij Ovtcharov, der Nummer vier der Welt, und dem nur drei Plätze dahinter notierten Rekordeuropameister Timo Boll hat man zwei Galionsfiguren im Team, zwei echte Führungsspieler – eigentlich Garanten für den Titelgewinn. Dazu kommt als gegenwärtige Nummer drei des DTTB Fuldas Abwehr-Ass Ruwen Filus (WRL 23), das sich im letzten Jahr kolossal verbessert hat.

Doch auch mit den nominierten Bastian Steger oder Ricardo Walther - der zuletzt in starker Form agierende Neu-Grünwettersbacher ist die Nummer fünf des DTTB-Aufgebots - an Position drei besäße man alle Chancen, endlich wieder nach Gold zu greifen, nachdem man 2015 den Österreichern und 2014 in Lissabon Gastgeber Portugal den Vortritt lassen musste. Zuvor hatte man sechs Mannschaftstitel in Folge geholt und die europäische Szenerie fast nach Belieben beherrscht. Die WM-Teilnehmer Patrick Franziska, Benedikt Duda und Steffen Mengel fehlen indes im vorläufigen Aufgebot, sicher enttäuschend für das Trio.

Zu den Hauptrivalen zählen fraglos Portugal mit seinen drei Topleuten Marcos Freitas, Tiago Apolonia und Joao Monteiro, Frankreich mit dem Ochsenhausener Simon Gauzy und Einzel-Europameister Emmanuel Lebesson sowie Schweden mit den beiden Karlssons und Düsseldorfs Youngster Anton Källberg.

Die Fans werden an jenen fünf September-Tagen in Luxemburg sicher tolles, spannendes Tischtennis sowie Mannschaftssport mit Herz und Leidenschaft erleben.

 

Vorläufiges EM-Aufgebot des DTTB

Herren
Dimitrij Ovtcharov
Timo Boll
Ruwen Filus
Bastian Steger
Ricardo Walther 

Damen
Han Ying
Shan Xiaona
Petrissa Solja
Sabine Winter
Nina Mittelham

Webseite der EM 2017 in Luxemburg

 

Text & Foto: Dr. Stephan Roscher