TTBL: Werder Bremen hofft auf Traumstart

Die zur Hälfte neu formierte Truppe des SV Werder Bremen, verstärkt mit Omar Assar und Florent Lambiet, möchte nach einem längeren Durchhänger endlich wieder Akzente in Deutschlands Topliga und im Pokalwettbewerb setzen.

Zumindest das Auftaktprogramm in der TTBL scheint lösbar. Man hofft auf 4:0 Punkte, was für den notorischen Spätstarter aus dem Norden Deutschlands ein absoluter Traumstart wäre. Am 20. August starten die Grün-Weißen in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle gegen Aufsteiger TSV Bad Königshofen in die Saison. Die Unterfranken sind mit ihrer jungen, unerfahrenen Truppe krasser Außenseiter an der Weser.

Am 3. September wird es dann schon schwerer, vielleicht ein 50:50-Match, wenn Steger und Co. in der Grenzauer Zugbrückenhalle gastieren. Der traditionsreiche TTC Zugbrücke Grenzau hatte letzte Saison bis zum Schluss die rote Laterne inne, was aber nicht weiter tragisch war, da kein Verein absteigen musste. Allerdings wollen die Westerwälder eine solche Horror-Saison nicht ein zweites Mal erleben und haben sich von zwei der drei Spieler getrennt. Nur die Nummer eins Kou Lei blieb im Brexbachtal. Verpflichtet wurde unter anderem der langjährige Werder-Spieler Constantin Cioti, der gegen seinen alten Klub natürlich besonders motiviert sein dürfte.

Man muss aber auch berücksichtigen, dass das Werder-Team in der Saison 2017/18 ein gutes Stück stärker sein dürfte als zuletzt. Bastian Steger, verletzungsbedingt lange außer Gefecht, sollte wieder topfit sein. Hinter dem DTTB-Nationalspieler stehen mit Neuzugang Omar Assar und Hunor Szöcs zwei Spieler, die sich in der Weltrangliste in den letzten Wochen signifikant verbessert haben. Der hochgewachsene Ägypter Assar verbesserte sich im Juli-Ranking vom 58. auf den 38. Platz. Und der die Leistungskurve des Rumänen Hunor Szöcs zeigt in letzter Zeit ohnehin steil nach oben. Szöcs, der mehrfach auf der World Tour glänzen konnte, machte in den letzten zwölf Monaten 54 Ränge gut und ist inzwischen die Nummer 63 der Welt. Und mit dem 22-jährigen Belgier Florent Lambiet (Weltrangliste Platz 177) hat man ein gutes Backup vorzuweisen, einen steigerungsfähigen Spieler mit Perspektive, der auch jetzt schon das eine oder andere Match in der Bundesliga gewinnen könnte. Ein ordentlicher Mittelfeldplatz könnte mit diesdem Quartett durchaus drin sein. Zudem kann sich kein Gegner sicher sein, Werder mal eben im Spazierengehen abzufertigen. der eine oder andere namhafte Klub könnte gegen die "Nordlichter" Federn lassen.

Teammanager Sascha Greber zeigt sich vorsichtig optimistisch: „Ich hoffe, dass wir in der neuen Saison vor allem vom Verletzungspech verschont bleiben. Wir sind in den ersten beiden Partien der Favorit, aber man muss von der ersten Sekunde an auch hellwach sein.“ Einen Saisonstart mit drei Niederlagen wie 2016/17 soll es jedenfalls so schnell nicht mehr geben.

Allerdings haben die Hansestädter ein heftiges Pokallos erwischt. Im Achtefinale empfängt man, vermutlich Ende September, den deutschen  Vizemeister TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell mit Ruwen Filus, Wang Xi und Jonathan Groth, ein Team, das auch diese Saison viele auf der Rechnung haben. Im Vorjahr traf man am ersten TTBL-Spieltag zu Hause auf die Osthessen und blieb beim 0:3 chancenlos. Allerdings schaltete man dann im Pokal überraschend die favorisierten Ochsenhausener aus – und einen vergleichbaren Pokal-Coup wünschen sich die Werderaner auch diesmal, wohl wissend, dass Fuldas Defensivriegel nur ganz schwer zu knacken ist.


Text & Foto: Dr. Stephan Roscher