TTBL: Sensation in Düsseldorf: Der Ligaprimus unterliegt dem ASV

Der ASV Grünwettersbach hat eine gewisse Anlaufzeit benötigt, ist jetzt aber so richtig angekommen in der TTBL. Nach Ochsenhausen musste nun auch Spitzenreiter Düsseldorf diese leidvolle Erfahrung machen, der mit 1:3 vor eigenem Publikum unterlag.

Jetzt, gegen Ende der zweiten Saison im Oberhaus, entwickeln sich die Badener zu einer richtigen Größe und dürften in der kommenden Spielzeit mit Ricardo Walther noch stärker und unberechenbarer werden. 

Immerhin haben sie wettbewerbsübergreifend dem deutschen Vorzeigeklub die erste Heimniederlage der Saison 2016/17 und die dritte Pleite in einem Pflichtspiel seit Anfang September beigebracht - bis dato hatten lediglich die Ochsenhausener den Rekordchampion zweimal vor heimischer Kulisse bezwingen können, einmal in der TTBL, einmal in der Champions League.

Innerhalb von einer sowohl den Spitzenreiter als auch den Tabellenzweiten der (vermutlich immer noch) Topliga Europas zu schlagen, und das auch noch recht deutlich - das ist mehr als sensationell. Es ist wie ein Realität gewordener Traum für den vormaligen Underdog aus dem Karlsruher Stadtteil. ASV-Trainer Rade Markovic: "Das waren zwei unglaubliche Leistungen von uns in den letzten sieben Tagen."

Man of the Match war - wie schon gegen Ochsenhausen - der 22-jährige Japaner Masataka Morizono, der nahezu nach Belieben alles traf, was sich bewegte. Seine Bilanz von 14:5 im Spitzenpaarkreuz ist genial, damit ist der derzeitige Weltranglisten-58. aktuell zweitbester Spieler der Liga.

Zunächst ließ der Asiate den Weltranglisten-21. alt aussehen, später machte er gegen den eingewechselte Anton Källberg den Sack zu, wobei es in diesem Match wesentlich enger zuging als gegen den schlaksigen Österreicher. Zum Auftakt hatte Kristian Karlsson nur mit größter Kraftanstrengung gegen Alvaro Robles punkten können. Morizono egalisierte gegen Fegerl, der wieder einmal für die Borussia aufschlagende Kamal Sharath Achanta musste überraschend dem immer besser werdenden Qiu Dang gratulieren, bevor der ASV-Asiate vor 800 Tischtennisfans im ARAG CenterCourt die herausragende Leistung seiner Mannschaft krönte.

Düsseldorfs Manager Andreas Preuß räumte ein: "Der Sieg für Grünwettersbach geht auch in der Höhe völlig in Ordnung. Am Ende bleiben wir Tabellenführer, da ist so eine Niederlage auch mal zu verkraften.“

Der ASV empfängt noch Werder Bremen und muss zum Rundenabschluss nach Saarbrücken. Bei zwei Zählern Rückstand könnte man sogar noch die Bergneustädter Schwalben von Rang fünf verdrängen. In dieser Form ist überhaupt nichts auszuschließen.

Spitzenreiter Düsseldorf, der nun zwei Plus- und vier Minuspunkte vor Verfolger Ochsenhausen liegt, muss noch nach Mühlhausen und trifft zu Hause auf Fulda-Maberzell - und dann geht es in die Play-offs, für die beide ebenso wie die TTF längst qualifiziert sind. Saarbrücken dürfte auch dabei sein benötigt dafür aber noch einen Sieg.

Borussia Düsseldorf – ASV Grünwettersbach 1:3

Kristian Karlsson – Alvaro Robles 3:2 (11:8, 10:12, 9:11, 13:11, 11:8)

Stefan Fegerl – Masataka Morizono 0:3 (10:12, 7:11, 5:11)

Kamal Achanta – Dang Qiu 1:3 (12:14, 7:11, 12:10, 7:11)

Anton Källberg – Masataka Morizono 2:3 (6:11, 12:10, 8:11, 11:7, 8:11)

 

Die übrigen Resultate des 16. Spieltags

SV Werder Bremen – TTC Schwalbe Bergneustadt 2:3

Bastian Steger – Steffen Mengel 3:0 (11:7, 13:11, 11:7)

Hunor Szöcs – Benedikt Duda 1:3 (10:12, 11:7, 10:12, 6:11)

Kirill Skachkov – Ricardo Walther 0:3 (5:11, 7:11, 3:11)

Bastian Steger – Benedikt Duda 3:2 (11:9, 11:13, 11:9, 8:11, 11:7)

Hunor Szöcs – Steffen Mengel 2:3 (11:9, 9:11, 8:11, 11:4, 14:16)

 

TTC Zugbrücke Grenzau – 1. FC Saarbrücken TT 1:3

Kohei Sambe – Bojan Tokic 3:1 (11:9, 11:8, 5:11, 14:12)

Luka Fucec – Tiago Apolonia 0:3 (9:11, 3:11, 8:11)

Liang Qiu – Patrick Franziska 1:3 (11:8, 9:11, 9:11, 8:11)

Kohei Sambe – Tiago Apolonia 1:3 (7:11, 11:8, 9:11, 10:12)

 

TTF Liebherr Ochsenhausen – Post SV Mühlhausen 3:1

Simon Gauzy – Ovidiu Ionescu 3:1 (11:8, 2:11, 11:9, 11:9)

Jakub Dyjas – Daniel Habesohn 1:3 (5:11, 7:11, 11:6, 8:11)

Yuto Muramatsu – Erik Schreyer 3:0 (11:4, 11:4, 11:2)

Simon Gauzy – Daniel Habesohn 3:1 (11:13, 12:10, 11:6, 18:16)

 

Text: Dr. Stephan Roscher

Foto: Henning Braun