TTBL: Düsseldorf gewinnt Duell der verdeckten Karten

Die TTF Liebherr Ochsenhausen haben am Sonntag ihre dritte Saisonniederlage hinnehmen müssen. Vor 1.100 Fans im rappelvollen Düsseldorfer ARAG CenterCourt mussten sich die Oberschwaben im "Duell der verdeckten Karten" mit 2:3 geschlagen geben.

„Duell der verdeckten Karten“, deswegen, weil beide Klubs mit Blick auf die bevorstehenden Champions-League-Partien gegeneinander (27.01./10.02.) jeweils zwei ihrer besten Spieler nicht einsetzten – Düsseldorf verzichtete auf den dem Vernehmen nach leicht angeschlagenen Weltranglisten-Elften Timo Boll sowie auf Stefan Fegerl, aktuelle Nummer 19 des internationalen Rankings. Ochsenhausen ließ mit Hugo Calderano und Yuto Muramatsu die Nummern 20 und 21 der Welt draußen. Wenn sich beide Teams am 27. Januar im Viertelfinal-Hinspiel in Europas Königsklasse in Ochsenhausen gegenüberstehen, wird mit Sicherheit niemand mehr auf irgendeinen Akteur aus taktischen Erwägungen verzichten. Hinzu kam aufstellungstechnisch beim TTBL-Spitzenreiter noch die Befürchtung, dass sich ein Spieler verletzten könnte, der für das Liebherr Pokal-Finale am kommenden Sonntag in Neu-Ulm fest eingeplant ist.

Dies tat dem Unterhaltungswert der Partie jedoch keinen Abbruch, die 225 Minuten sehenswertes Bundesliga-Tischtennis bot. Zudem eröffnete diese Konstellation dem 19-jährigen Anton Källberg die Chance, sich zu beweisen – und die nutzte er mit Pauken und Trompeten. Maßgeblich durch seine beiden starken Auftritte gelang der Borussia die Revanche für die 1:3-Hinspielniederlage in Ochsenhausen.

Beim Aufeinandertreffen am 11. Spieltag der TTBL brachten die Ochsenhausener Medaillengewinner im Herren-Einzel der EM von Budapest, Jakub Dyjas und Simon Gauzy, sogar das kleine Kunststück fertig, mit dem Schweden Kristian Karlsson einen ganz dicken Fisch zu schlagen - Karlsson hatte zuvor erst ein Match in der Bundesliga verloren. Da jedoch beide gegen den furios aufspielenden Anton Källberg den Kürzeren zogen, der bis zu seinem Wechsel nach Düsseldorf Student des Ochsenhausener Liebherr Masters College war, stand alles gewissermaßen wieder auf null. Letztlich war dann ausschlaggebend, dass sich im Duell der Dreier das Prinzip Routine gegen jugendlichen Sturm und Drang durchsetzte und Düsseldorfs Inder Kamal Sharath Achanta gegen den etwas zu hektisch agierenden Joao Geraldo in vier Sätzen die Oberhand behielt.

Anton Källberg war überglücklich: „Mein Gefühl in beiden Spielen war heute einfach unbeschreiblich. Ich war in sehr guter Verfassung und es ist alles perfekt gelaufen.“

Kristijan Pejinovic war nicht unzufrieden mit dem TTF-Auftritt in Düsseldorf, auch wenn es zum Sieg nicht gereicht hat: “Beide Teams haben heute mit verdeckten Karten gespielt. Letztlich war unsere Leistung in Ordnung, das Spiel war auf des Messers Schneide, das Niveau super und die Hütte stand Kopf. Natürlich wollten wir gewinnen, konnten aber auch so erhobenen Hauptes die Halle verlassen.”

Der TTF-Präsident fügte nicht ganz ohne Stolz hinzu: „Anton Källberg, den wir ja bis letzten Sommer in Ochsenhausen ausgebildet haben, war heute sehr stark und auch gut auf unsere Jungs vorbereitet. Er war Düsseldorfs Matchwinner und hat seine Spiele verdient gewonnen.”

Mit diesem knappen Erfolg sind die Düsseldorfer den Oberschwaben in der Tabelle einstweilen enteilt und weisen nun vier Minuspunkte weniger auf, Platz zwei wurde jedoch gehalten vor den Mannschaften aus Fulda und Saarbrücken - alle drei sind punktgleich mit jeweils 14:6 Zählern. Da Bergneustadt überraschend gegen Mühlhausen verloren hat, beträgt der Abstand der Düsseldorf-Verfolgergruppe auf einen Nicht-Play-off-Platz auch weiterhin vier Zähler.

Borussia Düsseldorf - TTF Liebherr Ochsenhausen 3:2

Kristian Karlsson - Jakub Dyjas 2:3 (11:9, 11:9, 12:14, 11:13, 4:11)

Anton Källberg - Simon Gauzy 3:1 (13:11, 8:11, 11:8, 11:7)

Kamal Sharath Achanta - Joao Geraldo 3:1 (11:9, 11:7, 7:11, 11:8)

Kristian Karlsson - Simon Gauzy 2:3 (11:6, 5:11, 7:11, 14:12, 5:11)

Anton Källberg - Jakub Dyjas 3:1 (10:12, 11:8, 11:8, 11:5)

 

Weitere Ergebnisse der TTBL vom Sonntag

ASV Grünwettersbach – TTC Zugbrücke Grenzau 3:0

Masataka Morizono – Kohei Sambe 3:0 (11:2, 11:2, 11:4)

Alvaro Robles – Kou Lei 3:1 (14:12, 12:10, 12:14, 11:9)

Samuel Walker – Liang Qiu 3:2 (5:11, 7:11, 11:8, 11:9, 11:7) 


TTC Schwalbe Bergneustadt – Post SV Mühlhausen 2:3

Benedikt Duda – Daniel Habesohn 1:3 (11:7, 9:11, 10:12, 13:15)

Steffen Mengel – Ovidiu Ionescu 1:3 (6:11, 11:6, 5:11, 7:11)

Ricardo Walther – Lars Hielscher 3:1 (11:5, 11:8, 10:12, 11:7)

Benedikt Duda – Ovidiu Ionescu 3:1 (9:11, 12:10, 11:7, 17:15)

Steffen Mengel – Daniel Habesohn 0:3 (14:16, 9:11, 6:11) 


TTBL am Freitag

1. FC Saarbrücken TT – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 3:2

Bojan Tokic – Ruwen Filus 0:3 (1:11, 7:11, 8:11)

Tiago Apolonia – Wang Xi 3:1 (12:10, 11:6, 9:11, 11:6)

Patrick Baum – Jonathan Groth 3:2 (7:11, 12:10, 12:10, 9:11, 11:8)

Leonardo Mutti – Wang Xi 1:3 (9:11, 8:11, 11:4, 11:8)

Tiago Apolonia – Ruwen Filus 3:2 (6:11, 9:11, 12:10, 11:7, 11:9)

 

Foto: Borussia Düsseldorf