TTBL: Gipfeltreffen im ARAG CenterCourt

Der Dreiteiler Düsseldorf vs. Ochsenhausen geht am Sonntag in die erste Runde. Und es ist nicht mehr und nicht weniger als das absolute Spitzenspiel der Tischtennis Bundesliga, wenn der Ligaprimus (14:2 Punkte) den Zweiten aus Oberschwaben (14:4) empfängt. 

Obwohl die Partie das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen der TTBL ist und sicher vor ausverkauftem Haus stattfinden wird, steht sie doch ein klein wenig im Schatten der beiden Viertelfinal-Begegnungen in Europas Königsklasse zwischen den beiden Rivalen, die am 27. Januar (in Ochsenhausen) sowie am 10. Februar (in Düsseldorf) ausgetragen werden.

Dennoch ist es ein wichtiges Spiel, das Aufschlüsse gibt, wo beide Teams nach der kurzen Festtagspause stehen, und eine Art Generalprobe für die Duelle in der Champions League. Das sieht auch Kristijan Pejinovic so: "Es wird wie eine kleine Generalprobe für unser Spiel am 27.1. sein, bei dem es dann um den ersten Teil des Halbfinaleinzugs gehen wird." Der TTF-Präsident fügt hinzu: "Der Gegner ist für uns alles andere als ein Unbekannter und wir schauen nun, wie wir - zurück aus dem "Feiertagsmodus" - wieder in den Liga-Alltag reinkommen werden."

Der größere Druck lastet gewiss auf den Rheinländern, die mit Spielern wie Timo Boll, Kristian Karlsson oder Stefan Fegerl diese Saison so gut besetzt sind wie lange nicht und unbedingt die Revanche für die Hinspiel-Niederlage in Ochsenhausen wollen. Die jungen Oberschwaben sind nämlich bisher das einzige Team, das dem Rekordmeister und Titelverteidiger in der laufenden Saison eine Niederlage beibringen konnte. Allerdings spielte beim 3:1-Sieg am 11. September - es war das zweite Match der "heimgekommenen" TTF in der Dr.-Hans-Liebherr-Halle - Timo Boll nicht, der trotz seiner 35 Jahre noch immer schwer zu schlagen ist. Simon Gauzy hat dieses kleine Kunststück allerdings zuletzt dreimal in Serie geschafft.

Auch die TTF bestritten die Vorrundenpartie nicht in absoluter Topbesetzung, da mit eben jenem Gauzy die Nummer eins des Quintetts fehlte, der in der gestern veröffentlichten Januar-Weltrangliste Platz 14 zurückerobert hat - drei Ränge nur hinter Düsseldorfs Ikone Boll. Auch Yuto Muramatsu, frischgebackene Nummer 21 der Tischtennis-Welt, pausierte beim Hinspiel. Hugo Calderano war der Matchwinner mit Siegen über Stefan Fegerl und Kristian Karlsson, Jakub Dyjas steuerte einen weiteren Punkt gegen Anton Källberg bei. 9:7 Sätze und 163:159 Bälle zeigen indes, wie eng es damals in den 195 packenden Minuten zuging.

Dass dieser Sieg für die jüngste Bundesliga-Mannschaft nicht leicht zu wiederholen sein wird, ist allen klar - es muss schon alles zusammenpassen, um dem "FC Bayern des Tischtennissports" ein zweites Mal die Punkte abzuknöpfen. Unmöglich ist es jedoch keineswegs, zumal die TTF sich fast schon traditionell heiße, umkämpfte Duelle mit der Borussia liefern. Auch wenn man das aktuelle Welt-Ranking betrachtet, müssten sich beide eigentlich auf Augenhöhe begegnen. Rechnet man nämlich die Positionen aller fünf Akteure beider Teams zusammen, stehen die jungen Wilden von Dubravko Skoric inzwischen sogar recht deutlich vor den Rheinländern - ein Novum, in den letzten Jahren lag in dieser Hinsicht stets die Borussia klar in Front.

Doch allzu viel bedeutet das nicht, was zählt ist das, was die Spieler am kommenden Sonntag ab 15 Uhr am Tisch bringen, und keine graue Theorie. Und man muss schon anerkennen, dass Düsseldorf über eine bärenstarke Truppe verfügt. Und es ist keineswegs nur Timo Boll (TTBL-Bilanz 6:1), der die Borussia stark macht. Das Team ist ausgeglichener geworden. Der 25-jährige Schwede Kristian Karlsson, derzeit die Nummer 24 der Welt, ist seit Monaten in einer Bombenform und glänzte ebenfalls mit einer 6:1-Bilanz. Der Österreicher Stefan Fegerl (4:3) steht zwar im internationalen Ranking mit Platz 19 noch besser da, Karlsson war aber zuletzt der stärkere und vor allem konstantere Spieler. Der erfahrene Inder Kamal Sharath Achanta (Weltrangliste Platz 59, TTBL 2:2) sowie der 19-jährige Schwede Anton Källberg (WRL 88, TTBL 4:1), bis letzten Sommer Student des Ochsenhausener Liebherr Masters College, sind ebenfalls Akteure, gegen die man immer auf der Hut sein muss.

Kristijan Pejinovic sieht Düsseldorf in einer leichten Favoritenrolle: "Wir haben nichts zu verlieren, doch wir sind gut vorbereitet. Für den Sonntag ist sozusagen alles angerichtet." Auch Düsseldorfs Manager Andreas Preuß geht von einer umkämpften Partie aus: "Ochsenhausen hat junge, hungrige Spieler und wird uns alles abverlangen."

 

Weitere TTBL-Begegnungen am Wochenende

1.FC Saarbrücken-TT - TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell (FR, 19 Uhr)

ASV Grünwettersbach - TTC Zugbrücke Grenzau (SO, 15 Uhr)

TTC Schwalbe Bergneustadt - Post SV Mühlhausen (SO, 15 Uhr)

 

Foto: Dr. Stephan Roscher