EUROPE TOP 16: Dimitrij Ovtcharov besteigt Europas Thron

Acht Tage nach dem Gewinn des Energis Masters in St. Wendel bewies der für Orenburg (Russland) spielende Europameister Dimitrij Ovtcharov, dass er zurzeit definitiv Europas bester Tischtennisspieler ist. Der Weltranglistensechste gewann die Premiere des ITTF Europe TOP 16 in Baku, die modifizierte und um vier Athleten erweiterte Fortsetzung des prestigeträchtigen Europe TOP 12, bei der es zudem im Damen-Turnier Silber und Bronze für den DTTB gab.

Im Herren Finale wurde dem 26-jährigen Hamelner nichts geschenkt. Gegen den portugiesischen Weltranglistenzehnten Marcos Freitas musste „Dima“ über die volle Distanz gehen und einen zwischenzeitlichen 1:3-Satzrückstand wettmachen, bis er schließlich den Turniersieg bejubeln durfte. Schon in der Vorschlussrunde hatte Deutschlands Nummer eins erheblichen Widerstand zu brechen, auch dort benötigte Ovtcharov sieben Sätze, bis der bärenstarke Düsseldorfer Defensivkünstler Panagiotis Gionis (Griechenland) geschlagen war.

Gionis sicherte sich das dritte World Cup-Ticket durch ein 4:3 im „kleinen Finale“ über Ochsenhausens Franzosen Simon Gauzy, der ebenfalls einen starken Eindruck hinterließ und im Halbfinale auch gegen Freitas – bei 3:2-Satzführung – Siegchancen besessen hatte.

Platz fünf ging an Saarbrückens Portugiesen Tiago Apolonia, der im Platzierungsspiel gegen Österreichs Robert Gardos deutlich die Oberhand behielt, während Rang sieben mit Adrien Mattenet an einen weiteren Saarbrücker TTBL-Profi fiel – der Franzose schlug den Portugiesen Joao Monteiro mit 4:1.

Auch bei den Damen fiel die Bilanz des Deutschen Tischtennis-Bundes mit Silber für Petrissa Solja und Bronze für Irene Ivancan vorzüglich aus.

Der Siegeszug der ein fantastisches Turnier spielenden Solja wurde erst im Finale von der Österreicherin Liu Jia in fünf Sätzen gestoppt. Zuvor hatte die Linkshänderin aus der Pfalz im Halbfinale ihre Nationalmannschaftskollegin Irene Ivancan in vier Durchgängen besiegt.

Die Defensivstrategin vom Champions-League-Finalisten Fenerbahce Istanbul ließ sich davon jedoch nicht entmutigen und sicherte sich im Anschluss den eminent wichtigen 3. Platz durch einen hart erkämpften 4:3-Erfolg über die Holländerin Li Jiao. Damit sicherte sich die Ex-Berlinerin – neben Solja – nämlich die Fahrkarte zum World Cup im Oktober.

 

Herren

Finale
Dimitrij Ovtcharov GER - Marcos Freitas POR 4:3 (-10,7,-9,-8,10,7,4)

Halbfinale
Dimitrij Ovtcharov GER - Panagiotis Gionis GRE 4:3 (-10,6,-14,4,-10,4,8)
Marcos Freitas POR - Simon Gauzy FRA 4:3 (11,-8,-7,9,-9,6,7)

Spiel um Platz 3
Panagiotis Gionis GRE - Simon Gauzy FRA 4:3 (-5,7,-4,-10,10,8,1)

Spiel um Platz 5
Tiago Apolonia POR - Robert Gardos AUT 4:1 (4,4,5,-9,6)

Spiel um Platz 7
Adrien Mattenet FRA - Joao Monteiro POR 4:1 (6,11,9,-3,6)

 

Damen

Finale
Liu Jia AUT - Petrissa Solja GER 4:1 (3,-12,8,3,9)

Halbfinale
Liu Jia AUT - Li Jiao NED 4:2 (7,8,5,-7,-11,5)
Petrissa Solja GER - Irene Ivancan GER 4:0 (9,11,7,11)

Spiel um Platz 3
Irene Ivancan GER - Li Jiao NED 4:3 (8,-6,9,-10,8,-7,7)

Spiel um Platz 5
Hu Melek TUR - Georgina Pota HUN (-6,7,3,6,-6,-9,8)

Spiel um Platz 7
Kristin Silbereisen GER - Wu Jiaduo GER 4:0 (9,9,9,5)

 

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